Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar treffen am Samstag, den 17. Dezember, um 16:00 Uhr MEZ, im Spiel um Platz drei Kroatien und Marokko aufeinander. Schauplatz ist das westlich des Stadtzentrums von Doha gelegene, zur Aspire Academy zählende Khalifa International Stadium von ar-Rayyan, wo zuvor sechs Vorrunden-Partien und ein Achtelfinale in Szene gingen.
Eine trefferreiche Partie ist trotz der bislang eher defensiven Ausrichtung beider Mannschaften nicht auszuschließen. Denn einerseits fielen im 1976 erbauten und für das Turnier einem radikalen Facelift unterzogenen Nationalstadion mit seinen markanten Doppelbögen im Schnitt vier Tore pro Spiel. Der Druckabfall nach den verlorenen Halbfinals lässt ebenfalls auf ein Spektakel hoffen.
Die junge südosteuropäische Nation mit ihren knapp vier Millionen Einwohnern kann auf eine große Fußballgeschichte verweisen. Seit der Aufnahme in den Weltverband vor 28 Jahren hat Kroatien mit nur einer Ausnahme an allen Endrunden teilgenommen. Dreimal schied die aktuelle Nummer zwölf im FIFA-Ranking in der Vorrunde aus, bei den anderen drei Antreten schaffte man es aber jeweils zumindest ins Halbfinale. Zuletzt in Russland wurden die Vatreni gar erst im Endspiel von Frankreich gestoppt.
Die Nordafrikaner spielen ebenfalls ihre sechste Weltmeisterschaft, hinterließen in früheren Ausgaben aber keinen wirklich bleibenden Eindruck. Einzig 1986 hatte Marokko die Vorrunde überstanden, musste sich im Achtelfinale nach einer Abwehrschlacht jedoch letztlich der von Bundestrainer Franz Beckenbauer kommandierten DFB-Elf knapp geschlagen geben.
Wettquoten am 16.12.2022 – 11:10 Uhr – Bitte beachte, dass die Quoten der Buchmacher sich laufend ändern können / Der Quotenvergleich ist nur eine Auswahl der Redaktion / Es gelten die AGB der Anbieter / Wetten erst ab 18+ / Alle Angaben ohne Gewähr
Bei Europameisterschaften gar nicht erst ausgespielt, wird das Spiel um Platz drei gerne auch als das Duell der Enttäuschten genannt. Für das kleine Kroatien stellt ein dritter Rang auf der größten Bühne des Sports trotz aller vergangenen Meriten aber noch immer etwas Besonderes dar. Für die bereits in die Jahre gekommene Goldene Generation der Karierten dürfte die Schlussvorstellung in Katar auch ihre letzte Gelegenheit sein, sich für ihr Land in Szene zu setzen.
Doch was bezüglich Motivation auf den Vizeweltmeister zutrifft, gilt für den arabischen Vertreter erst recht. Marokko hat mit seinem nicht ausschließlich auf Spielzerstörung ausgerichteten Defensivansatz die Herzen von Fans weit über die Region hinaus erobert. Für die Löwen vom Atlas würde der bereits jetzt größte Erfolg der gesamtafrikanischen Fußballgeschichte durch WM-Bronze zusätzlich versüßt werden.
Die Prognosen der internationalen Wettanbieter sagen ein enges Duell mit leichten Vorteilen für Kroatien voraus. Für einen Sieg der Elf vom Balkan errechneten die Buchmacher eine durchschnittliche Wettquote von 2,40, ein Remis bringt eine Quote von etwa 3,40 ein. Wer auf Marokko setzen will, darf sich im Erfolgsfall über eine Auszahlung des 3,5-fachen Wetteinsatzes freuen.
Die wohl fast ausnahmslos im Lager des Außenseiters stehenden 45.857 Zuschauer im Khalifa International Stadium werden die Nordafrikaner zusätzlich antreiben, dementsprechend geht das Expertenteam von tenniswetten.de von einem 2:0-Sieg Marokkos nach regulärer Spielzeit aus. Der Einsatz für dieses Ergebnis wird bei 1Bet mit dem Faktor 17 multipliziert.
In Katar bekamen es die zwei Nationen schon in der Gruppenphase gleich zum Auftakt miteinander zu tun, beim tor- und schmucklosen Unentschieden blieben Strafraum-Aktionen allerdings Mangelware. Der einzige vorherige Vergleich, ein 2:2-Testspiel-Remis vor 26 Jahren in Casablanca, hat für das vorletzte WM-Match in Katar freilich keinerlei Aussagekraft.
Kroatien - Marokko Head-to-Head: Bilanz Statistik (c) tenniswetten.deMehrWeniger
Zu glänzen vermochte der Vizeweltmeister von 2018 in diesem Turnier nicht. Einer von Ideenlosigkeit, aber penibler taktischer Ordnung geprägten Vorrunde, in der man Marokko den Gruppensieg überlassen musste, folgte ein Elfmeterschießen gegen Japan, in dem der im Visier des FC Bayern stehende Dominik Livakovic zum Helden avancierte. Im Viertelfinale gegen den großen Titelfavoriten Brasilien setzte man auf ein rigoroses Defensivkonzept, das den Zagreb-Keeper in einem neuerlichen Shootout endgültig zur Schlüsselfigur für den kroatischen Erfolgslauf hievte.
In der Vorschlussrunde wollte Nationaltrainer Zlatko Dalic die Argentinier eigentlich ähnlich anrennen lassen wie zuvor die Selecao, doch boten die überraschend abwartenden Albiceleste selbst dem Gegner mehr Räume an und holten nach einer guten halben Stunde aus einem Konter den richtungsweisenden Strafstoß heraus. Bis dahin hatten die Kockasti das Spiel weitgehend unter Kontrolle und konnten ihrerseits einige Akzente nach vorne setzen. Nach dem Gegentor fehlten aus der Schaltzentrale jedoch die nötigen Impulse, Messi und Co. legten sogar zweimal nach.
Im ersten Duell mit Marokko waren die kroatischen Offensivbemühungen zumeist im Wüstensand verlaufen. Umso entscheidender wird diesmal die Rolle von Taktgeber Luka Modric, der statt der bisher eingenommen Achter-Position das Heft als klassischer Zehner in die Hand nehmen müsste, um die Spitzen Ivan Perisic und Andrej Kramaric mit Bällen zu füttern.
Selbst nach dem überraschenden Gruppensieg und dem Ausschalten der hochgehandelten Belgier hatte niemand die Nummer 22 der Weltrangliste so richtig auf dem Zettel. Doch brachte die taktisch vielleicht disziplinierteste Auswahl des Turniers in der K.o.-Phase sowohl Spanien als auch Portugal zur Verzweiflung und erreichte als erste afrikanische Mannschaft den historischen Einzug in ein WM-Halbfinale.
Dort angekommen, verzichtete Nationaltrainer Walid Regragui gegen Frankreich zunächst auf sein so effektives 4-1-4-1-System und vertraute einer Fünfer-Abwehrkette - mit verheerenden Folgen. Nach fünf Minuten lag der amtierende Weltmeister bereits in Führung, wenig später kehrten die Roten zu ihrer bisher erfolgreichen Grundausrichtung zurück und erspielten sich sogar ein Chancen-Plus. Doch fehlte den Stürmerstars Hakim Ziyech und Youssef En-Nesyri die Effizienz vergangener WM-Spiele. Die Equipe Tricolore agierte hingegen mit ihren zwei Toren nach abgefälschten Bällen glücklich.
Das Spiel um Platz 3 dürften die Afrikaner wieder ähnlich anlegen wie ihre ersten fünf Partien. Durch die frühen Störversuche in der gegnerischen Hälfte und das konsequente Dichtmachen der eigenen Abwehr um die Außenzange Achraf Hakimi und Noussair Mazraoui schaffte es vor Frankreich schließlich kein Team, gegen Marokko ein Tor zu erzielen.
Tobi hat die WM-Vorschau Kroatien - Marokko verfasst
Seit 25 Jahren bin ich als Sportjournalist für meinungsbildende überregionale Medien tätig und habe u.a. von Olympischen Spielen, Fußball-Weltmeisterschaften und Tennis-Grand-Slam-Turnieren vor Ort berichtet. Durch die Pressearbeit für nationale Sportverbände und Fernsehsender ist mir zudem auch die PR- und Kommunikationssparte der Branche bestens vertraut. Dem Tennissport fühle ich mich als passionierter Hobbyspieler nicht nur beruflich eng verbunden.
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